Zeitzeugen des Kinderzentrums “Kloster Indersdorf”

Die Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen oder kurz UNRRA von engl. United Nations Relief and Rehabilitation Administration war eine Hilfsorganisation, die bereits während des Zweiten Weltkrieges am 9. November 1943 auf Initiative der USA, der Sowjetunion,Großbritanniens und Chinas gegründet wurde. Nach Kriegsende wurde sie von der UNO übernommen. Die UNRRA war in Europa bis zum 31. Dezember 1946 tätig und wurde dann durch die International Refugee Organization ersetzt. In Afrika, im Nahen Osten und China arbeitete sie bis zum 30. Juni 1947.

Quelle: Wikipedia

In Markt Indersdorf nahm sich die UNRRA der Kinder und Jugendlichen an, die den Holocaust überlebten, jedoch als Waisen auf sich allein gestellt gewesen wären. Unter Leitung von Greta Fischer und unterstützt vom Orden der Barmherzigen Schwestern boten sie im Kloster Indersdorf den Heranwachsenden Hilfe und Unterstützung in allen Lebensbereichen an.

Abraham Maisner, Leslie Kleinman und Erica Spindel, drei herausragende Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, von ihren Erlebnissen während und nach der Schreckensherrschaft des NS-Regimes zu berichten, erzählten Schülern der Jahrgangsstufen 8 und 9 von ihren Erlebnissen.

AbeMeisner_5Abraham Maisner ist 1924 in Warschau geboren. Gleich nach der Besetzung Polens durch die deutschen Truppen 1939 wurde die jüdische Familie Maisner verfolgt, in Ghettos und Konzentrationslager verschleppt. Abraham versuchte zunächst, sich alleine durchzuschlagen, lebte auf der Straße und in Verstecken; danach überlebte er das Ghetto Minsk, die Vernichtungslager Auschwitz und Majdanek, die Sklavenarbeit in einer Salzmine und die Flugzeugproduktion für die Firma Messerschmitt im KZ Flossenbürg. In Pösing (Oberpfalz) wurde er schließlich am 23. April von amerikanischen Truppen befreit. Nachdem er sich etwas erholt hatte, suchte er in verschiedenen Lagern nach Angehörigen, die möglicherweise überlebt hatten. Doch er fand niemanden. In Frankfurt traf er seine spätere Frau. Die beiden heirateten 1953 in den USA. Ohne englische Sprachkenntnisse dauerte es ein paar Jahre, bis er beruflich Fuß fassen und seine Familie ernähren konnte. Heute kommt er aus Florida, wo er als Mitglied der Organisation “Hidden Children” von seinen Erfahrungen im Holocaust berichtet.

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104 Kleinman Lazar86751Leslie (Lazar) Kleinman wurde 1929 in der Nähe von Satu Mare (damals Ungarn/heute Rumänien) in eine  jüdisch-orthodoxe Familie geboren. Lazar ist der einzige Überlebende seiner zehnköpfigen Familie. Er hat zusammen mit seinen Kindheitsfreunden Zoltan und Erwin Farkas überlebt. Lazars Vater war der Thoralehrer dieser drei Jungen. Die drei Freunde Lazar, Zoltan und Erwin haben sich auf dem Todesmarsch in der Oberpfalz gegenseitig gestützt, sonst hätten sie nicht überlebt. Im Kloster Indersdorf war es sehr tragisch, dass die drei Freunde sich trennen mussten, als Lazar Ende Oktober 1945 nach England gehen konnte, während die Farkas-Brüder wegen Überschreitens der Altersgrenze nicht mitreisen konnten. In England heiratete er Evelyn, eine Deutsche, mit der er zwei Kinder hat. Die beiden gründeten ein Unternehmen für Damenoberbekleidung. Evelyn verstarb vor ca. 10 Jahren. Leslie Kleinman kommt heute mit seiner zweiten Frau Miriam Stein aus England. Dort ist er ein gefragter Zeitzeuge und in einer Synagoge aktiv.

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Erica Spindel wurde 1933 in Wien geboren. Als Fünfjährige wurde sie Augenzeugin des “Anschlusses Österreichs” an das deutsche Reich. Vom 3. Stock ihrer Wohnung in der Mariahilfstraße beobachtete sie, wie Adolf Hitler mit ausgestrecktem Arm in einer offenen Limousine stand und sich feiern ließ. Kurz darauf wurde ihr Vater wegen seines jüdischen Glaubens ins KZ Dachau verschleppt. Erica überlebte zusammen mit ihrer Mutter die erbärmlichen Bedingungen eines Ghettos in Shanghai. Erst 1948 konnten die Beiden nach Europa zurückkehren und 1953 in die USA auswandern. Dort heiratete Erica einen anderen Überlebenden, bekam zwei Söhne. Heute als Witwe engagiert sie sich bei der Organisation “Hidden Children” in Florida.

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Abschlussstreich M10

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Griechen vs. Römer hieß es am 15.07.2014 bei dem Abschlussstreich der 10. Klasse. Trotz einiger anfänglicher Komplikationen mussten  die Lehrer schlussendlich dann doch in mehreren Spielen beweisen was sie drauf hatten, oder auch nicht! Nicht nur bei einem rasanten Wagenrennen mussten sich die in Gruppen aufgeteilten Lehrer etwas einfallen lassen, sondern auch bei einem Allgemeinwissensquiz war Ruhe gefragt. Wir, die Klasse M10, die anderen Schüler und Zuschauer und auch die Lehrer hatten eine Menge Spaß an den Spielen. Dank einer sehr chaotischen Endschlacht mit zahlreichen Wasserbomben wird dieses Event wahrscheinlich nicht mehr so schnell vergessen!

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Max Mannheimer zu Gast

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Der Zeitzeuge und mit zahlreichen Auszeichnungen bedachte Max Mannheimer im Dialog gegen das Vergessen mit jugendlichen 150 Schülern

150 Schüler der Mittelschule Markt Indersdorf durften Max Mannheimer an ihrer Schule begrüßen; diesen großen, 94-jährigen Mann, der als Jude das Hitler – Regime überlebte und sich jetzt, in unserer Zeit, mit seiner beeindruckenden Aura in den Dienst des freiheitlich-demokratischen Gedanken  stellt: als Zeuge gegen Faschismus, Antisemitismus und Rassismus aber auch als Botschafter für Toleranz, Vergebung und gegen das Vergessen.

„Die Nachgeborenen sind unschuldig.“ sagt Mannheimer, als er von einem Gespräch mit dem Sohn des Hitler-Vertrauten Martin Bormann berichtet. Eine versöhnliche Botschaft von einem Mann, den die Nazis nicht brechen konnten und der unter anderem das KZ Auschwitz überlebte, das er auf Nachfrage eines Schülers als seine mit Abstand schlimmste Zeit im Laufe seines Leidensweges bezeichnet. Fassungslose Stille und fast greifbares Entsetzen herrscht im Auditorium der Schule, als Mannheimer seinen Judenstern zeigt und gleich kurz darauf den linken Ärmel hochkrempelt und alle die tätowierte Nummer 99728 auf seinem Unterarm lesen können.

Mannheimer erzählt kurzweilig und genau, mit reicher Detailkenntnis seine und damit die Geschichte Deutschlands seit 1920. Die Schüler werden von ihm befragt, für richtige Antworten verteilt er Punkte und revanchiert sich mit ehrlichen Antworten auf die Fragen der Jugendlichen: mit seiner Einschätzung, dass der Konflikt in Israel zwischen Juden und Palästinensern nicht gelöst werden kann; mit seiner Erkenntnis, dass wir mit den erstarkenden rechtsnationalistischen und –radikalen Parteien die Mörder von morgen ernähren. Wenn Max Mannheimer das sagt, muss man sich fragen, wie es sein kann, dass es trotzdem immer noch/ wieder/ immer mehr  Menschen gibt, die faschistisch denken und handeln. Ganz im Sinne Mannheimers vergessen die Schüler und Gäste der Mittelschule Markt Indersdorf nicht. Hoffentlich!

Die Initiatorin des Gesprächs mit Max Mannheimer, Lehrerin Frau Esther Heldt, erhielt im letzten Jahr mit einer Schülergruppe den zweiten Preis der „Weiße-Rose-Stiftung“ für ein Radio-Feature mit einer Freundin des Widerstandskämpfers Alexander Schmorell.

Frau Heldt ist mit ihren Schülern regelmäßig Gastgeberin bei Zeitzeugengesprächen mit Männern und Frauen, die als Kinder und Jugendliche in den Jahren 1945 bis 1946 im internationalen Kinderzentrum der UN im Kloster Indersdorf untergebracht waren. Frau Heldt arbeitet hier eng mit Anna Andlauer zusammen.

Auf Einladung Frau Heldts war der Autor Dirk Reinhardt zu Gast, der aus seinem Buch „Edelweißpiraten“ – die Bezeichnung für Gruppen, die durch unangepasstes, teilweise oppositionelles Verhalten im Dritten Reich auffielen – las.

Frau Heldt und ihre Schüler haben sich in vielfältiger Weise für Toleranz und Integration im Zusammenhang mit der Situation der asylsuchenden Menschen in Markt Indersdorf engagiert und u.a mit dem ehemaligen OB der Stadt München, Christian Ude und dem renommierten Asylrechtsanwalt Hubert Heinold.

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Thomas Frey

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Autorenlesung mit Dirk Reinhardt

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Am Montag den 26.05.2014 fand in der Mittelschule Markt Indersdorf eine Autorenlesung statt. „Edelweißpiraten“ so der Titel des Buches, welches einige Klassen als Lektüre lesen, wurde von Dirk Reinhardt verfasst.

Das Buch handelt davon, dass der 16-jährige Daniel sich mit dem alten Gerlach anfreundet, welcher ihm sein Tagebuch überlässt. Es erzählt die Geschichte des jungen Gerlachs, der mit 14 die Hitlerjugend verlässt und sich einer Gruppe anschließt, die sich „Edelweißpiraten“ nennen. Diese streben nach Freiheit und gehen dabei gefährliche Risiken ein.

Der Roman basiert auf Tatsachen. Die Edelweißpiraten gab es damals wirklich und waren vor allem in Köln und Umgebung verbreitet. Schätzungsweise waren es mehrere 1000 Mitglieder, die aus Jugendlichen bestand. Diese hatten mit Politik nichts am Hut sondern wollten nur ihre Freiheit, so Reinhardt.

Nachdem er uns einige geschichtliche Fakten nannte, las Herr Reinhardt einige Kapitel seines Buches persönlich vor.

Nach der Vorlesung durften Fragen gestellt werden und es wurden Fotos der Edelweißpiraten gezeigt. Es gab nur sehr wenige, da die Edelweißpiraten Angst davor hatten verraten zu werden. Mit gutem Grund wie das Buch zeigt.

Reinhardt musste ungefähr ein Jahr lang recherchieren. Denn viele Aufzeichnungen gab es damals nicht von der Gruppe. Sie wurden als kleinkriminelle Jugendliche dargestellt.

Im Großen und Ganzen hat sich die Autorenlesung gelohnt, da man selten die Chance hat, den Autoren eines Buches persönlich zu treffen und dieser dann auch aus seinem Buch vorliest. Ein einzigartiges Ereignis, da der Verfasser es meist anders liest als man es selbst lesen würde.
Andre Kerschensteiner, 9dM

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Erholsame Pfingstferien!

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Mit einer tollen Tanzperformance verabschiedeten sich die jungen Damen der Schule von ihren Mitschülern in die Ferien.

Wir wünschen allen eine Gute Erholung!

 

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